Zur Geschichte - Lebenshilfe Osnabrück

Zur Geschichte der Lebenshilfe

Im November 1958 gründeten Fachleute und Eltern in Marburg die „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind e.V.".

Keine Trennung von der Familie.
Hilfe und Förderung von Kindern mit geistiger Behinderung sollte möglich werden ohne Heimaufenthalt und Trennung von der Familie. Das war die Grundidee der Lebenshilfe. In den 50er Jahren – die noch stark geprägt waren von Vorurteilen und Ablehnung – keine Selbstverständlichkeit. Die Zeit des Naziregimes lag erst 13 Jahre zurück. Deren Programm zur systematischen Tötung „missgebildeter" Kinder, sowie geistig behinderter oder psychisch kranker Erwachsener hat schätzungsweise 250 000 Opfer gefordert.

Tom Mutters
Die Initiative zur Gründung der Lebenshilfe ging wesentlich von dem niederländischen Pädagogen Tom Mutters aus. Als UNO-Beauftragter für „Displaced Persons" – so die Bezeichnung für Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und von den Nazis verschleppten Menschen – sah er sich mit dem Elend von Kindern mit geistiger Behinderung in der hessischen Anstalt Goddelau konfrontiert.

Die Gründung der Lebenshilfe 1958 sollte der Start sein für eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Heute gibt es 523 Ortsvereine mit 135 000 Mitgliedern. Diese stehen für ein selbst bestimmtes Leben mit sicherer und bedarfsgerechter Hilfe.

Osnabrück
Schon fünf Jahre nach der Marburger Initiative wurde die Lebenshilfe Osnabrück am 29. 05. 1963 von Eltern und Fachleuten gegründet. Bereits 1960 kam es mit Unterstützung der evangelischen und katholischen Kirche zur Gründung der Heilpädagogischen Hilfe als Träger der ersten Kindertagesstätte. Aus dieser Interessengemeinschaft entstand auch die Osnabrücker Lebenshilfe. Unter dem damaligen Namen „Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind, Ortsvereinigung Osnabrück" wurde sie am 18.03.1964 in das Vereinsregister eingetragen. Aber bald schon galt die Hilfe Menschen jeden Alters. Wie im Namen Lebenshilfe anklingt – ein Leben lang.

1975 wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde der Bonnus-Kirche in Osnabrück der Freizeitclub für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige geschaffen.

1988 erweitert die Lebenshilfe Osnabrück ihr Angebot um den FED (Familien entlastenden Dienst), der sich in den folgenden zwei Jahrzehnten fortwährend vergrößert und heute in einem Großteil der Region Osnabrück für eine umfassende Betreuung und Freizeitbegleitung sorgt. Darüber hinaus engagiert sich die Lebenshilfe in zahlreichen Ausschüssen und Projekten. Unser Ziel ist es die gesellschaftliche Akzeptanz weiter zu stärken und damit die Voraussetzungen für die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu ermöglichen.